
Jüdisches Gemeindeleben
Gedanken zu Geschichte und Zukunft
LOVE. Europäischer Tag der jüdischen Kultur
Burg Schlaining, Engelsaal
Sonntag, 6. September 2026, 16:00
Die Historikerin und freie Autorin Shoshana Duizend-Jensen beschäftigt sich schon jahrzehntelang mit dem jüdischen, institutionellen Leben und war in den Jahren 1999 bis 2000 Mitglied der Historikerkommission der Republik Österreich. Die 600 jüdischen Vereine, über 300 Stiftungen und 34 Kultusgemeinden wurden in den Jahren 1938 bis 1942 von den Nationalsozialisten vollkommen vernichtet. Heute ist die jüdische Gemeinde zwar lebendig und vielfältig, aber sehr klein.
Duizend-Jensen ist gläubige Jüdin und arbeitet gegenwärtig an ihrem vierten Buch über ihre eigene zweigeteilte Familie. Ihr Vater war Jude, in ihrer väterlichen Familie wurden Vorfahren vertrieben und ermordet. In der mütterlichen Familiengeschichte gab es eine große Verdrängung. Der Antisemitismus als Ursprung allen Leides von Jüdinnen und Juden ist Jahrhunderte alt und nimmt gerade jetzt in erschreckendem Ausmaß zu.
Im Gespräch mit Walter Reiss erzählt Duizend-Jensen, Trägerin des Leon-Zelman-Preises für Dialog und Verständigung, über ihre Arbeit und machtsich Gedanken über zukünftige Entwicklungen. Haben Juden in Europa überhaupt eine Zukunft und wie sehr hilft das Wissen über historische Zusammenhänge, um die aktuellen Entwicklungen besser zu verstehen?
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